Energieaudit

Die EN 16247 ist eine Europäische Norm, die Anforderungen an qualitativ gute Energieaudits festlegt.Teil 1 „Allgemeine Anforderungen“ wurde im Juni 2012 veröffentlicht, im Oktober 2012 auch als DIN-Norm DIN EN 16247-1. 
Seit 2014 sind alle fünf Teile veröffentlicht:
 
EN 16247 - Teil 1: Allgemeine Anforderungen
EN 16247 - Teil 2: Gebäude
EN 16247 - Teil 3: Prozesse
EN 16247 - Teil 4: Transport
EN 16247 - Teil 5: Kompetenz von Energieauditoren
 
In Deutschland und Österreich ist die Durchführung eines Energieaudits nach DIN EN 16247-1 eine Möglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG der Europäischen Kommission, die Anforderungen des Strom- und des Energiesteuergesetzes für den Spitzenausgleich zu erfüllen.
 
 
Große Unternehmen (ab 250 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bzw. bei Überschreiten bestimmter Werte für 50 Mio.€ Umsatz und 43 Mio.€ Bilanzsumme) sind laut Bundes-Energieeffizienzgesetz verpflichtet entweder 
-ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagement-System (mit Energieaudit) zu betreiben oder
-ein externes Energieaudit durchzuführen zu lassen.
 
 
Ziel der Norm
Die Durchführung eines Energieaudits, also einer systematischen Untersuchung des Energieeinsatzes und Energieverbrauchs von Organisationen, Anlagen, Gebäuden und Systemen ist eine wichtige Grundlage zur Verbesserung der Energieeffizienz und Verringerung des Energieverbrauchs von Organisationen, insbesondere in Gewerbe, Industrie oder Wohnungssektor. Die Norm legt Anforderungen an ein qualitativ gutes Energieaudit fest und soll damit für Klarheit und Transparenz im Markt für Energieauditdienstleistungen sorgen.
 
Qualitätsanforderungen
Dieser Abschnitt fordert unter anderem, dass Energieauditoren angemessen qualifiziert und erfahren sind, Informationen vertraulich behandeln und eventuelle Interessenkonflikte auf transparente Art und Weise offenlegen müssen. Das Energieaudit muss angemessen, vollständig und repräsentativ sein, eine Analyse der Wirtschaftlichkeit der Möglichkeiten zur Energieeinsparung beinhalten und die Ergebnisse müssen verifizierbar sein.
 
Elemente des Energieauditprozesses
Ziele, Anforderungen, Anwendungsbereich und Grenzen des Energieaudits, Zeitraum seiner Durchführung und Anforderungen an die Daten, die vor Beginn des Audits zu sammeln sind, müssen vor dem Audit vereinbart werden. Das eigentliche Audit besteht aus einer Auftaktbesprechung, der Datenerfassung (historische Daten zum Energieverbrauch, vorherige Untersuchungen in Bezug auf Energie und Energieeffizienz, Energietarife, etc.), einem Außeneinsatz (Begehung des zu prüfenden Objektes, um den Energieeinsatz zu evaluieren und Bereiche und Prozesse zu ermitteln, wo zusätzliche Daten benötigt werden), einer Analyse (unter anderem: Energieflüsse und Energiebilanz sowie den Energieverbrauch beeinflussende Faktoren ermitteln, geeignete Energiekennzahlen festlegen, mögliche Einsparungen und dazu notwendige Investitionen evaluieren) und der Erstellung eines Berichts. Dieser wird in einer Abschlussbesprechung übergeben und erläutert.
 
Abgrenzung von ISO 50001
Die Anforderungen der EN 16247 entsprechen in etwa denen der Planungsschritte der weltweit gültigen Norm ISO 50001 „Energiemanagementsysteme“, die darüber hinaus aber auch die weitere Umsetzung von Maßnahmen, deren Überprüfung und ggf. von Verbesserungsmaßnahmen fordert.